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Rotary D.1860

Rotarian Fellowship for Population and DevelopmentPopulation & Development


In Sachen Nachhaltige Bevölkerungsentwicklung ist der D 1860 Vorreiter in Deutschland. Dank des großen Engagements von PDG Prof. Dr. Robert Zinser und PP Hans-Martin Scheuch wurden beachtliche Erfolge erzielt. Weitere Informationen zu RFPD in Deutschland unter www.rfpd.de

Projekte aus dem Distrikt in Nepal: Artikel aus Rotary Magazin 10/2004   Factsheet von Hans-Martin Scheuch


Rotarian Fellowship for Population and Development

Die Weltbevölkerung hat sich seit 1927 von rund 2 Milliarden Menschen bis heute auf 6,4 Milliarden verdreifacht. Sie wächst jährlich um 1.3 % - das sind 77 Mio Menschen pro Jahr. Bis 2050 7,9 Milliarden in niedriger Projektionsvariante. 10.9 Milliarden in hoher und 9,3 Mrd. in mittlerer Variante. Das Bevölkerungswachstum bewirkt immensen Verbrauch der Ressourcen und gewaltige Umweltbelastungen.

Jetzt sind eine Milliarde Menschen in substanziellem Wohlstandsniveau. 2050 - 2100 werden es 4-5 Milliarden sein. Das bedeutet einen vier- bis fünffachen Verbrauch der Ressourcen und vier- bis fünffache Immission von CO2 und anderen Abfallprodukten.

Unser Distrikt führte von 1995 - 2000 in Nordnigeria das Pilotprojekt "Verantwortete Elternschaft und gesunde Familien" durch. Es wurde von Experten z.B. der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung evaluiert und positiv bewertet. In der Folge beschloss Rotary International ein 3-H-Projekt, die RI Foundation gab 0,5 Mio US $ und die Packard-Stiftung gab 1,2 Mio US $. Das Pilotprojekt wurde dadurch von 2 auf 160 Gemeinden in Nigeria vervielfältigt.

Unser Distrikt hat in 2003 und 2004 in Nepal weitere Population-Projekte in Angriff genommen:

  1. In 2003 ein Aufklärungsprojekt für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 24 Jahren, die ein Drittel der Bevölkerung darstellen und damit die entscheidende Gruppe für die mittelfristige Bevölkerungsentwicklung in Nepal sind. Jugendliche Trainer, genannt „Peer Educators“ sprechen in Schulen, Jugendclubs und auch Fabriken ihre Altergenossen an, um sie über Sexualität und Verhütung aufzuklären. Besondere Bedeutung hat die Senkung der Aids-Infektionsrate, die in Nepal nach Indien die zweithöchste in Südasien ist.
  2. In 2004 ist ein Matching-Grant-Projekt über 70.000 Euro angelaufen. Es hat drei Zielbereiche: Dieses Projekt wird mit Hilfe von ANM’s (Auxiliary Nurse Midwife = Hilfskrankenschwestern-Hebammen) in abgelegene Regionen Nepals gebracht, in denen es keine gesundheitliche Versorgung gibt.
    Das Projekt bekämpft die hohe Säuglings- und Müttersterblichkeit, berät in Methoden der Familienplanung und stellt Mittel zur Geburtenregelung zur Verfügung. Ergänzende Microcredits (Kleinstkredite) bieten Hilfe zur Selbsthilfe und machen Existenzgründungen möglich. Das verbessert die soziale Struktur einer Familie und bewirkt die notwendige Nachhaltigkeit der Familienplanung. Ein wachsendes Selbstbewusstsein der Familie und die Möglichkeit, Vermögen und damit Altersvorsorge bilden zu können, fördert die Bereitschaft zu weniger Kindern.

Um das Vorhaben zu unterstützen und abzusichern, wurde ein deutsch-nepalesischer Länderausschuss gegründet. Nepalesische Rotarier bringen dort landesspezifische Kenntnisse ein. Der Ausschuss begleitet das Vorhaben, damit Gelder und Projekt nicht versickern.


Weltweit haben Rotarier 150 Projekte initiert. Wir sehen: "Population and Development" ist längst kein "Tropfen auf den heißen Stein" mehr. Familienplanung und Besserung der sozialen Struktur stehen in Wechselwirkung. Sie sind Antriebskräfte, das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen und anzuhalten.

Deutlich muss sein:

Ohne Reduzierung des Bevölkerungswachstums erfolgt keine nachhaltig positive Entwicklung der Welt. Trotz Entwicklungshilfe der reichen Länder rennen wir dem wachsendem Elend hinterher! Es geht darum, auch den armen Ländern das Recht auf Familienplanung zugänglich zu machen, das die Uno bereits vor 40 Jahren verkündet hat. Dies gelingt nur mit Hilfe der Nichtregierungsorganisationen. Rotary hat mit PolioPlus bewiesen, was wir weltweit bewirken können.

Mit "Population & Development" packen wir das Elend an der Wurzel an und tun etwas Sinnvolles für die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Denken wir daran: Was sagen wir unseren Kinder und Enkel in 10 - 20 Jahren, wenn sie uns fragen: Ihr habt von dieser Entwicklung gewusst, was habt Ihr dagegen getan ?

 


Kontaktperson im Distrikt ist Otto Krennrich.

 


Redaktion: Hans-Martin Scheuch, Robert Zinser, Norbert Schreiner.

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