Rotary Wheel

Rotary Distrikt 1860

Deutschland
Rotary D.1860

Jahrhundertfeier in der Stadt der Kaiser

Viel hat sie schon gesehen, die alte Reichsstadt Speyer: Kelten, Römer und Germanen; salische Kaiser, Reformation und Revolution; Bayern, Preußen und Franzosen - und nun auch Rotarier (nicht nur) aus zehn Pfälzer Clubs, die in der über 2000 Jahre alten Stadt einen relativ kleinen Geburtstag feierten. 100 Jahre Rotary, das heißt zehn Jahrzehnte Dienst am Menschen und seit mehr als drei Generationen soziale Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft.

Anspielprobe
Anspielprobe in der Dreifaltigkeitskirche

Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck der saarländische Staatssekretär Dr. Christian Ege waren gekommen, um bei dem von Elke Völker (RC Limburgerhof) geleiteten feierlichen Festkonzert Werken von Johann Christian Bach, Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart zu lauschen. Völker hatte schon Monate zuvor eigens für diesen Anlass ein Orchester und einen Chor ins Leben gerufen, die beide überwiegend aus Rotary-Mitgliedern und deren Angehörigen bestanden.

Governor Dr. Horst Schötller würdigte das Ereignis in einem Sonderbrief an die Clubs. Hier einige Auszüge:

"10 kur- und vorderpfälzische Clubs, unterstützt von IWC und Rotaract, feierten das Bestehen von 100 Jahren Rotary mit einem „Drei-Tage-Event“:
Am 20. Mai wurde im Glaspavillon des alten Rathauses von Speyer eine Ausstellung zur rotarischen Geschichte eröffnet, die noch bis zum 29. Mai für jedermann geöffnet bleibt.
Am Samstag wurde in der evang. Dreifaltigkeitskirche als Höhepunkt ein Fest-konzert veranstaltet, bei dem unter der Leitung von AP Elke Völker (RC Lim-burgerhof-Vorderpfalz), Kirchenmusikerin am Dom zu Speyer, Werke von W. A. Mozart, J. Sebastian und J. Christian Bach zur Aufführung kamen. Das Besondere: Chor und Orchester waren „bunt zusammengewürfelt“, probten sieben Mal und wuchsen seit November 2004 zu einem harmonischen Klangkörper zu-sammen. Die bis auf den letzten Platz und bis hoch in die Emporen gefüllte Kirche – die Organisatoren sprechen von 1.000 Besuchern – war eine Gemeinschaft in einer bemerkenswerten Feier. Vier Gesangssolisten /–solistinnen sowie zwei Violinvirtuosen und ein Solooboist unterstützten die Rotary- Jubiläumsmusiker.
Eine besondere Ehre und Freude war es, den Ministerpräsidenten von Rhein-land-Pfalz, Kurt Beck, als Gast willkommen zu heißen und ihn für seinen Einsatz als Mensch und Politiker in Ruanda, in der Tsunami-Region von Sri Lanka und für seine Förderung des Ehrenamtes und von Rotary zu danken und mit der Paul-Harris-Medaille auszuzeichnen. In einer bescheidenen, sehr sympathischen Rede dankte Beck den Rotariern und für die Auszeichnung und nahm dafür den lang anhaltenden Beifall des Auditoriums entgegen. Und ich füge an: MP Beck hat diese Ehrung mit Dankbarkeit angenommen und die grosse Idee des Fest-konzerts und der rotarischen Aktivitäten mehrfach gewürdigt."


Am 23.05.2005 veröffentlichte die Zeitung "Die Rheinpfalz", Ausgabe Speyer, folgenden Artikel:

Ansteckende Spielfreude und Harmonie

Denkwürdiges Festkonzert in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche zum 100. Geburtstag des weltweiten Rotary-Clubs

Von unserem Mitarbeiter Edgar Stadtler

Paul-Harris-Fellow: Ministerpräsident Kurt Beck

Paul Harris war einer der vier Männer, die im Februar 1905 in Chicago den ersten Rotary-Club gründeten „gegen die egoistische Kälte im Streben nach Geld und Macht in Amerika". Die Verleihung der nach ihm benannten „Paul-Harris-Medaille" an Ministerpräsident Kurt Beck bildete denn auch den Mittelpunkt der großen Dankesrede des Rotary-District-Governors Horst Schöttler im Rahmen eines denkwürdigen Festkonzerts in der mit zahlreicher kirchlicher und weltlicher Prominenz voll besetzten Speyerer Dreifaltigkeitskirche am Samstagabend.

Diese höchste an ein Nichtmitglied zu vergebende Ehrung erfuhr Kurt Beck für seinen persönlichen Einsatz bei den Hilfsaktionen für Ruanda und der letzten Flutkatastrophe in Südasien.

Der große Erfolg des Jubiläumskonzerts anlässlich der Hundertjahrfeier der weltweiten Rotary-Organisation hat einen Namen: Elke Völker. Die agile Musikwissenschaftlerin hat einen erstaunlich groß besetzten Rotary-Jubiläumschor und ein bemerkenswert perfekt agierendes Rotary-Jubiläumsorchester auf die Beine gestellt, besetzt mit überwiegend rotarischen Choristen und Instrumentalisten aus über 20 Clubs des von Saarbrücken bis Heidelberg reichenden Districts.

Gleich beim Auftakt mit Mozarts früher D-Dur-Sinfonie (KV 141a) gelang es Elke Völker als Dirigentin, den Charakter ihres Klangkörpers vorteilhaft zur Geltung zu bringen. Ihr Betonung eines konzertierenden Wechselspiels von Klangblöcken wirkte barock, wobei der silberne Ton des von Leo Krämer gespielten Cembalos das Klangbild zusätzlich aufhellte.

Robert Frank und Wolfgang Hammar
Virtuose Solisten:
Robert Frank und Wolfgang Hammar

Wie im langsamen Satz Mozarts Melodien ausgespielt wurden, erwies sie als musikalische Kostbarkeit, erfreulich auch ihre schlanke Artikulation im Finale. Als glänzendes Klangfest anderer Provenienz präsentierte sich demgegenüber Johann Christian Bachs „Sinfonia concertante" Es-Dur, die in den beiden Konzertmeistern des Mannheimer Nationaltheater-Orchesters, Robert Frank und Wolfgang Hammar, gleichermaßen bravouröse wie hochsensible solistische Sachwalter fand.

Bei der Wiedergabe dieses Werks faszinierte sowohl die ansteckende Spielfreude als auch die Genauigkeit, mit der Solisten und Orchester in wechselseitigem Geben und Nehmen die Gestaltung auf den Punkt brachten. Schön, wie die fein geblasene Oboe im langsamen Satz das Klangbild solistisch noch zusätzlich erweiterte.

Im zweiten Programmteil bereicherten Chor und Vokalsolisten das Geschehen. Hier erwies sich die Bachkantate „Gelobet sei der Herr" (BWV 129) als ausgesprochen festlich ausgestattet allein schon von ihrer reichen Orchesterbesetzung her mit drei Trompeten, Pauken, Flöten, Oboen,Streichern und Continuo. Nach dem sauber beherrschten Eingangschor wurde die ausdrucksvolle Melodik der drei Solo-Arien sichtlich aufgewertet durch das lebhafte Konzertieren der instrumentalen Obligato-Solisten auf Querflöte, Geige und Oboe d'amore. Prächtig dann die Klarheit des Schlusschors.

In der das Konzert beschließenden „Orgelsolomesse" Mozarts (C-Dur, KV 259) gefiel das mit Sabine Goetz, Barbara Schramm, Michael Wagner, Vinzenz Haab besetzte Solistenquartett durch seine harmonisch aufeinander abgestimmte Einheit. Die frische, zupackende und kompakte Auffassungsart der Messe-Wiedergabe wirkte weder schwelgend noch scharf dramatisierend. Hochengagiert und liebevoll erschienen ihre gestenreichen Details, das Gegenüberstellen von Forte- und Piano-Motiven verwirklicht. Eindringlich blühte auch das von Orgelsolo und Solistenquartett geprägte „Benedictus" auf – der Applaus wollte kaum noch enden.


Veranstalter des Festkonzerts waren die Rotary Clubs
■ Frankenthal ■ Germersheim / Südliche Weinstraße ■ Heidelberg - Alte Brücke ■ Limburgerhof / Vorderpfalz ■ Ludwigshafen ■ Ludwigshafen - Rheinschanze ■ Neustadt an der Weinstraße ■ Speyer ■ Viernheim ■ Weinheim ■
sowie Inner Wheel Club Ludwigshafen und Rotaract Club Ludwigshafen - Frankenthal

 

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